Kennst du diese Momente, in denen dein Kind weint, du schon halb im „Bitteeinfachfunktionieren“-Modus bist und gleichzeitig dieser Gedanke auftaucht: „Was braucht es denn jetzt schon wieder?“
Ich kenne sie gut. Diese Mischung aus Überforderung, Liebe und dem stillen Wunsch nach einer Pause.
Ich kenne sie gut. Diese Mischung aus Überforderung, Liebe und dem stillen Wunsch nach einer Pause.
Was Kinder wirklich brauchen – und wir übrigens auch
Wenn wir über Bedürfnisorientierung sprechen, geht es nicht um „das Kind immer glücklich halten“.
Es geht um Grundbedürfnisse. Die einfachen, tiefen Dinge:
Es geht um Grundbedürfnisse. Die einfachen, tiefen Dinge:
- Nähe und Sicherheit
- Nahrung und Schlaf
- Autonomie – dieses „Ich kann das allein!“
- Spiel, Entdecken, Verbindung
Keine Raketenwissenschaft. Mehr ein alltägliches Hinspüren: Was ist gerade los? Was braucht mein Kind – und was brauche ich?
Bedürfnisorientierung: Eine Haltung, kein Perfektionsprogramm
Ich erlebe oft, dass Eltern denken: „Wenn ich bedürfnisorientiert erziehe, darf ich nie wütend sein. Nie müde. Immer verständnisvoll.“
Doch das ist ein Mythos.
Doch das ist ein Mythos.
Bedürfnisorientierung heißt nicht, dass du dich selbst vergisst.
Es heißt, du nimmst alle Bedürfnisse ernst – auch deine.
Es heißt, du nimmst alle Bedürfnisse ernst – auch deine.
Es geht um Beziehung, nicht um Selbstaufgabe.
Um Klarheit, nicht um Selbstoptimierung.
Um Klarheit, nicht um Selbstoptimierung.
Eine kleine Szene aus meinem Alltag
Neulich stand ich in der Küche, das Abendessen halb verbrannt, mein Kind müde und emotional – und ich selbst komplett durch.
Früher hätte ich versucht, alles gleichzeitig zu lösen: trösten, kochen, funktionieren.
Früher hätte ich versucht, alles gleichzeitig zu lösen: trösten, kochen, funktionieren.
Diesmal habe ich mich kurz angelehnt. Durchgeatmet.
Dann gesagt: „Ich bin gerade überfordert. Ich nehme dich gleich auf den Arm, ich brauche nur einmal tief Luft.“
Dann gesagt: „Ich bin gerade überfordert. Ich nehme dich gleich auf den Arm, ich brauche nur einmal tief Luft.“
Und weißt du was?
Es wurde leichter. Für uns beide.
Es wurde leichter. Für uns beide.
Warum unser Nervensystem so eine große Rolle spielt
Wenn Stress da ist – und Elternstress ist real –, übernimmt der Sympathikus: unser innerer Alarmknopf.
Er macht uns schnell, laut, angespannt.
Er meint es gut. Er glaubt, wir müssten vor einem Tiger davonrennen. Dabei sind es die alltäglichen Anforderungen.
Er macht uns schnell, laut, angespannt.
Er meint es gut. Er glaubt, wir müssten vor einem Tiger davonrennen. Dabei sind es die alltäglichen Anforderungen.
Kinder haben diesen Alarm übrigens genauso. Nur viel schneller. Und ohne Gegenspieler – den Parasympathikus. Den dürfen sie erst durch unsere Unterstützung ausbilden.
Darum ist Selbstregulation kein Luxus. Es ist der Anfang von Co-Regulation.
Regulation im Alltag – kleine Tools, große Wirkung
Hier ein paar Strategien, die im echten Elternleben funktionieren – ohne 20 Minuten Meditation, ohne Ruhe, ohne Kerzenlicht:
1. Mini‑Pause für den Körper
Zwei tiefe Atemzüge. Nicht mehr.
Ein- und ausatmen, während du den Rücken kurz gegen die Wand presst.
Zwei tiefe Atemzüge. Nicht mehr.
Ein- und ausatmen, während du den Rücken kurz gegen die Wand presst.
2. Temperatur nutzen
Kaltes Wasser über die Hände laufen lassen.
Das holt dich aus dem Alarmmodus zurück.
Kaltes Wasser über die Hände laufen lassen.
Das holt dich aus dem Alarmmodus zurück.
3. Orientierung
Schau dich im Raum um und nenne im Kopf drei Dinge, die du siehst.
Das erdet.
Schau dich im Raum um und nenne im Kopf drei Dinge, die du siehst.
Das erdet.
4. Verbindung statt Perfektion
Sag deinem Kind: „Ich bin gerade gestresst, doch ich bin bei dir.“
Das schafft Nähe – ohne dich zu überfordern.
Sag deinem Kind: „Ich bin gerade gestresst, doch ich bin bei dir.“
Das schafft Nähe – ohne dich zu überfordern.
5. Micro‑Selbstfürsorge
Nicht der Spa-Day.
Sondern: ein Snack, ein Glas Wasser, eine Minute auf der Treppenstufe sitzen.
Nicht der Spa-Day.
Sondern: ein Snack, ein Glas Wasser, eine Minute auf der Treppenstufe sitzen.
Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Es ist Elternkompetenz.
Wir Eltern funktionieren nicht besser, wenn wir uns verbiegen.
Wir funktionieren besser, wenn wir uns spüren.
Wenn wir wissen, wann unser Akku leer ist.
Wenn wir uns erlauben, Menschen zu sein – nicht Superhelden.
Wir funktionieren besser, wenn wir uns spüren.
Wenn wir wissen, wann unser Akku leer ist.
Wenn wir uns erlauben, Menschen zu sein – nicht Superhelden.
Und genau das macht Bedürfnisorientierung aus:
Eine Beziehung, in der beide zählen.
Eine Beziehung, in der beide zählen.
Zum Mitnehmen für deinen Alltag
Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nicht immer ruhig bleiben.
Du musst nicht alles verstehen.
Du musst nicht immer ruhig bleiben.
Du musst nicht alles verstehen.
Es reicht, wenn du neugierig bleibst:
Was braucht mein Kind? Was brauche ich? Was hilft uns jetzt ein kleines Stück weiter?
Was braucht mein Kind? Was brauche ich? Was hilft uns jetzt ein kleines Stück weiter?
